wie oft habe ich in den letzten Jahrzehnten gesagt: hat eben nicht sein sollen..

oder auch noch viel öfters gehört:

ja, das hat wohl nicht sein sollen, sonst wäre es ja, hätte es ja..

heute in einem Telefongespräch mit einer guten Freundin sagte sie zu mir, als sie jemand angerufen hatte und diese Person nicht erreicht hat: das hat halt nicht sein sollen.

Für mich war ganz klar: es ist das Ego, welches das sagt, welches uns sowas sagen lässt. 

ich weiß, dass das vielen so überhaupt nicht passt, denn wie ich bisher auch, gehen wir davon aus dass es ein Teil unseres spirituellen Weges ist zu erkennen, dass hier eine höhere Macht am werke ist, und dass es eben nicht für die spirituelle Situation gepasst hat, den anderen jetzt am Telefon sprechen zu können. also sagen wir: es hat nicht sein sollen, es hat nicht gepasst, Gott oder wer auch immer .. hat es jetzt nicht gewollt. es hat nicht sein sollen..

warum denken wir das, sagen wir das ?

ganz einfach: unser Ego will alles im griff haben. will wissen was "abgeht". das schlimmste für uns solange wir im Ego sind ist es für uns zugeben zu müssen, etwas nicht "im griff zu haben":

ich bin ohnmächtig, machtlos !

und dann setzen wir uns wieder hin und beten z.b. im Vater unser: DEIN Wille geschehe..

mir hat die Erkenntnis sehr geholfen: ich muss nichts im Griff haben, hier als norbert werde ich nichts im griff haben, nichts wissen .. deshalb ist ja ein anderer spiritueller Spruch:

ich weiß dass ich nichts weiß.

leider missverstehen wir den Satz meist ziemlich. wir sagen ihn meist um zu zeigen "wie weit wir schon sind" auf dem Weg den wir zu gehen glauben.

wieder gilt das selbe: hier hat das Ego ein Hintertürchen gefunden um sich unseren geistigen Weg auch noch einzusacken. ohne dass wir es wissen sind wir auf einem neuen Ego-Trip:

diesmal eben auf dem spirituellen.

also meditieren wir, machen komische Bewegungen, gehen alleine oder mit anderen in die Stille und.. betrachten uns ohne es zu sagen als etwas Besseres. unter einander also mit anderen Spiris zeigen wir dann auch schon mal auf andere um zu sagen und zu zeigen wie weit wir doch schon sind. und merken nicht: das Ego ist schon wieder Herr der Situation, ist schon wieder Cheffe, nun halt im spirituellen Mäntelchen. nur dass wir nun halt nicht mehr auf die weltlichen Dinge Wert legen, abfahren, wie Geld, macht, Autos, Job sondern eben jetzt in den neuen Wettbewerb eingestiegen sind:

Spieglein Spieglein an der Wand.. wer ist der-die spirituellste im ganzen Land.. oder zu mindestens im ganzen Ort :-)

ich weiß wovon ich hier schreibe.. alles Eigenerfahrung mit mir und vielen anderen.

was kann helfen, wie kommen wir aus dieser Ego-Falle heraus ?

grad denke ich es ist ganz einfach:

den Satz - "das hat so sein sollen" - einfach weglassen, viele andere Sätze wie auch: den mit dem "ich weiß dass ich nichts weiß".. einfach weglassen. solche Sätze weder denken, noch schreiben noch sagen. denn sie sind ein mittel des Ego.

Ziel des Egos ist es die Macht durch die Hintertür weiter zu erhalten und nicht wirklich den Weg zu gehen:

DEIN wille geschehe 

zu diesem Weg gehört eben: nicht zu bewerten, nicht zu wissen, nicht zu können. all das brauchen wir nicht mehr. da kann eine zentnerschwere Last von uns fallen. wie viele Jahre haben wir täglich unendlich viel zeit kraft dafür aufgewendet zu wissen, zu können, etwas zu sein und notfalls zu mindestens so zu tun, den Anschein zu erwecken als ob wir können, als ob wir wissen, als ob wir alles im Griff haben, meist den ganzen Tag lang, egal ob im Job (dort ganz besonders..), im Privaten sogar in unseren sogenannten Liebesbeziehungen und auch im Hobby, Sport, mit Freunden..

kurz gesagt: überall bis hinein in den Schlaf.

denn was sind Nachts die schlimmsten Albträume ?? wenn wir uns etwas oder jemanden ausgeliefert fühlen. wenn wir es nicht im Griff haben..

um genau diese Situation durchs Hintertürchen wieder zurück in den griff zu holen habt das Ego u.a. den einfachen Satz erfunden:

"es hat halt nicht sein sollen."

mit diesem Satz geben wir uns den Anschein zu mindestens zu wissen - warum !

obwohl wir das überhaupt nicht zu wissen brauchen. es braucht auch keinen Sinn zu ergeben. irgendwann können wir vielleicht sogar erkennen: wo braucht alles einen Sinn im Leben ? warum sind wir so darauf aus dass doch Alles einen Sinn haben muss und wir unsere halbes bis ganzes Leben dafür verwenden diesen Sinn zu finden, zu erkennen ?